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Italieninfos

Transportmittel:
Ein recht günstiges Transportmittel sind Züge, welche ich auch für diese Reise nutzte.

Übernachtung:
Es gibt fast überall Low-Budget Übernachtungsmöglichkeiten. In Venedig befindet sich die Jugendherberge auf der Insel Isola della Guidecca. Die Insel liegt direkt gegenüber des Markusplatzes und ist per Vaporetto (Linienenschiff) zu erreichen (Haltepunkt Zitadelle). Eine Reservierung ist unbedingt notwendig. Auf dem Festland befindet sich ausserdem ein Zeltplatz.
In Rom wird man bereits am Zug von etlichen "privaten Herbergsschleppern" erwartet. Eine Übernachtung ist in dieser Stadt kein Problem. Wer mehr auf Sicherheit steht kann auch in der recht abgelegenen Jugendherberge übernachten.



Tourdaten

Reiseroute:
Venedig, Rom, Pisa (Calci)

Reisedauer: 2 Wochen

Reisetagebuch
:
Eine Schneeschlappe in der Schweiz führte zu diesen wunderschönen 2 Wochen in Italien. Die Reise startete ich vom graubündischen Davos in der Schweiz, wo ich zu diesem Zeitpunkt in Lohn und Brot stand. Da uns der Schnee leider vorzeitig verlassen hatte, genehmigte mir meine Chefin Anfangs eine Woche Urlaub. Spontan hüpfte ich in die Bibliothek des Ortes und holte die notwendigen Erkundigungen für meinen bevorstehenden kleinen Ausflug nach Italien ein. Keine Frage, Venedig war das Ziel meiner Träume. Schnell war die Jugendherberge ausfindig gemacht und eine Reservierung vollbracht. Wie sich später herausstellte ein sehr weiser Gedanke. Da meine Reisezeit im Märzl lag, bestand zwar noch kein akuter Bettenmangel, im Sommer sind jedoch Wochen vorher bereits alle Betten ausgebucht.
Also Kraxe (großer Rucksack) geschnallt und ab mit der Bahn Richtung Landquart. Durch den Tunnel per Postauto (so nennt man hier Busse) und dann weiter per Bahn bis nach Venedig. Gleich am Bahnhof gibt es die Möglichkeit für Jugendliche (ohne Studentenpass) eine Art Discount Card zu erwerben. Von der Nutzung der Vaporettos (Linienschiffe) bis zur Fastfood-Kette kann man damit kräftig sparen.
Gleich vorm Bahnhof fährt das Vaporetto Richtung Jugendherberge ab. Zum damaligen Zeitpunkt war es Linie 81 bis Haltestelle Zitadelle. Die Haltestelle wird sich wohl kaum ändern, die Linie eventuell. Mit einem "pronto" wird darauf hingewiesen das man das Schiff jetzt verlassen darf. Also herausgehüpft und ab in die Jugendherberge. Diese ist glücklicherweise direkt am Haltepunkt und bedarf keiner schwerwiegenden Sucherei. Linker Aufgang Herren, rechter Aufgang Damen, und nachts wird zugesperrt. In diesem Land lebt schließlich der Papst, und der weiß was sich gehört.
Wer schon auf meiner Australienseite war, der weiß dass ich so eine Art Australienfanatiker bin. Und wie sollte es auch anderes sein, der Typ der über mir schlief war auch ein Australier. Zumindest solange wie wir einander noch nicht über unsere Herkunftstädte gesprochen hatten. zuerst nahm ich nur seinen Quantaskofferanhänger und die definitiv australische Sonnencreme war. Später waren wir natürlich in englischer Sprache ein nettes Gespräch vertieft, bis er zu dem Punkt kam zu erwähnen dass er aus Bremen sei, worauf ich mit Dresden antwortete. Ein kurzer Schweigemoment..."Warum sprechen wir überhaupt englisch miteinander?". Logischerweise ging`s jetzt in Heimatsprache weiter. Als strategischen Tagungspunkt hatten wir uns direkt im Gang niedergelassen, sodass jeder der ins, oder aus dem Zimmer mehr oder weniger über uns springen musste. Nachdem ein asiatischer junger Mann mehrmals mit den Worten "Entschuldigung" über uns stieg, sprach ich ihn ebenfalls an, um herauszufinden ob er tatsächlich etwas mit der deutschen Sprache am Hut hatte. Und siehe da, er studierte bereits seit mehreren Jahren in Wolfsburg.
Später gesellten sich noch ein paar Chilenen zu uns...
Okay, mein Italientrip bestand nicht nur aus netten Bekanntschaften, sondern ich habe auch noch eine Menge von vielen schönen Dingen gesehen und fotografisch festgehalten. Als Reiseführer hatte ich in der Bibliothek ein nettes Magazin entdeckt, welches mir als Leitfaden für Venedig dienen sollte. Denn schließlich besteht Venedig nicht nur aus Markusplatz, Dogenpalast und Rialtobrücke. So zumindest denken die meisten Tagestouristen, welche wirklich kaum mehr zu Gesicht bekommen. Aufgrund der vielen Tagestouristen, entfaltet sich die wahre Schönheit Venedigs wirklich erst wenn diese die Insel am Abend wieder verlassen haben, oder in den frühen Morgenstunden vor deren Erscheinen.
Am Abend der Ankunft zog ich gleich mit dem Stativ los und fing ein paar traumhafte Bilder ein. Doch schließlich hatte ich für diese Stadt 5 Tage eingeplant und war somit mit den bisherigen Erlebnissen noch nicht zufrieden. In den folgenden Tagen besuchte ich per Vaporetto die Inseln Lido, Torcello, Murano und Burano. Lido ist um diese Jahreszeit kaum Wert besucht zu werden. Lediglich das Rauschen des Meeres am hier vorhandenen Sandstrand taugt zur Illusion sich am Bondi Beach (bekanntester Strand von Sydney) zu befinden. So zumindest tat es der Bremer über mir Schläfer und ich.
Torcello ist eine inzwischen ausgestorbene Insel. Vor ein paar Jahrzehnten soll diese Insel belebter als Venedig gewesen sein. Durch Krankheiten wurden die Bewohner allerdings weitestgehend ausgerottet. Eine sehr gut erhaltene Kirche und noch ein paar andere Gebäude, sowie die Teufelsbrücke zeugen von den guten alten Zeiten.
Murano ist durch die Glasmanufakturen sehr berühmt geworden. Alles was sich aus Glas herstellen lässt gibt`s hier zu bewundern und zu kaufen. In viele der Manufakturen kann man einen Blick werfen und bei der Herstellung zuschauen.
Denn größten Eindruck hinterlässt wohl die Insel Burano. Im Gegensatz zum grauen Venedig findet man hier Farben satt. Kunterbunte Häuser der ehemaligen Fischerinsel leuchten dem Besucher entgegen. Fotografisch die eindeutig schönste Insel in der Lagunenstadt Venedig.

5 Tage Venedig pur, dann ging`s per Zug weiter nach Rom. Da die Jugendherberge recht weit außerhalb des Stadtzentrums liegt, überließ ich die nächste Übernachtung dem Zufall. Wie erwartet, standen im Bahnhof einige Schlepper, welche die unverkennbaren Backpacker gnadenlos aufspüren. Warum nicht. Ich ließ mir von einer netten jungen Frau eine Visitenkarte mit Wegbeschreibung in die Hand drücken, und war 10 Minuten später im Hostel. Da alles bestens wirkte (und war) konnte ich jetzt von der Last des Gepäcks befreit durch Rom ziehen.
Da ich dafür prädestiniert bin mich zu verfahren (siehe Türkei), wurden meine Füße die nächsten Tag arg strapaziert. Rom ist halt eine Großstadt und da gibt es weite Distanzen zu überwinden.
In den folgenden Tagen lief ich vom Kolloseum über den Piazza Venezia bis zur Engelsburg und weiter bis zum Vatikan. Mal fing ich tagsüber, mal des Nachts Eindrücke des Stadt Rom ein. Des Nachts galt es sich dann auch noch mit Stativ auf Höhenlagen, welche einen Blick über die Stadt vergönnten Hochzuquälen. doch wie eigentlich immer, lohnenswert. Ein Treffen mit meiner venezianischen Bekanntschaft auf Japan verlief leider im Sand (war inzwischen auch in Rom), dafür wurde ich aber im Hostel plötzlich angesprochen, ob ich der Kay sei. Der jungen Frau war es wahrlich ins Gesicht geschrieben, das sie sich freuten den ersten (oder besser zweiten) Kay zu treffen, welcher mit Y geschrieben wird. Ihr Freund war die Nummer eins. Hm.
Der Besuch des Vatikans war etwas komplizierter. Beim ersten Anlauf hatte ich natürlich Depperterweise ein Taschenmesser bei mir. Man ließ mir die Wahl zwischen Mülleimer und wieder umkehren. Ich tat Letzteres da ich das ganze ja am nächsten Tag auch noch einmal, diesmal weniger gut ausgerüstet vollbringen konnte. Am nächsten Morgen wurde kein einziger Besucher hineingelassen, denn man war gerade dabei das Gelände weiträumig abzusperren. Jippi. Ich no Idea von italienisch ging also am Nachtmittag wieder hin. Inzwischen war der Platz mit ganz vielen Stühlen voll gestellt, man verteilte Flyer, Kerzen und Winkelemente. Bei solch einem Menschenauflauf und das vor dem Vatikan kann das nur eins bedeuten, der Papst kommt. Ich hatte ja alle Zeit der Welt, also warum nicht auch mit hinsetzen. Es erwartete mich ein Popkonzert und der Star war echt der Papst selbst. Hauptsächlich jugendliche Menschen hatten sich an diesem Tag hier eingefunden. Die Stimmung war gut, doch als der Papst in seinem elektrischen Rollstuhl angefahren kam, verfiel die Menge in ein kreischen, was selbst bei Michael Jacksons Auftritt kaum größer sein kann.
Als sich die Masse wieder beruhigt hatte, entschied ich das Konzert zu verlassen, da ich eh kein Wort von dem vielen Gesprochenen verstand, und auch die Popstars keine Menschen waren die ich kannte. Zusammen mit einer jungen Italienerin quälte ich mich aus den Reihen heraus, welche wahrscheinlich auch nur gekommen war, um den Papst zu sehen.
Zum Schluss führte mich meine Reise noch in ein kleines Dorf namens Calci in der Nähe von Pisa. Dort besuchte ich eine ehemalige Arbeitskollegin aus der Schweiz. Zweischöne Tage in einem zum Wohnraum umfunktionierten Weinspeicher und schöne Wanderungen durch die prachtvolle Landschaft der Toskana erwarteten mich hier.
Per Zug und Postauto ging`s wieder zurück nach Davos in die Schweiz, wo ich bis Mitte April verweilte.