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Türkeiinfos

Transportmittel:
es gibt nur sehr wenig Züge. Für grosse Entfernung gibt es zwischen allen grösseren Städten feste Busverbindungen. Die Busse sind klimatisiert und mit Servicepersonal. Verschiedene Unternehmen; verschiedener Service. Kleinere Strecken können mit sogenannten Dolmuschs zurückgelegt werden. Dies sind Kleinbusse mit ebenfalls festen Strecken. Taxis sind relativ teuer, aber auch fast überall zu finden.

Übernachtung:
- vor allem Istanbul bietet eine Menge an Low-Budget Schlafmöglichkeiten. Viele davon sind rund um die Haghia Sofia zu finden. U.a. auch eine Jugendherberge. Hotels einfach(st)en Standards zu Minipreisen sind ebenfalls stets verfügbar.



Tourdaten

Reiseroute:
Bodrum und Umgebung, Izmir, Istanbul, Antalya

Reisedauer: insgesamt 5 Wochen, verteilt auf 3 kleine Touren

Reisetagebuch:
Tour Eins: Grund genug sich die Türkei einmal näher zu betrachten bot meine Schwester, welche im Jahr 2002 hier als Reiseleiterin tätig war.
Meine erste Station war Bodrum, eine im Südwesten gelegene Halbinsel der Türkei. Früher lag hier die geschichtsträchtige Stadt Halikarnassos, von welchem einzig die Erinnerung an eines der sieben Weltwunder übrig blieb welches hier seinen Platz hatte.
Der Name wird jetzt als Halikarnas, die "schönste Openair Disko" aufrechterhalten; so zumindest wirbt der hiesige Nachtklub. Das im Stile einer Tempelanlage erbaute Gebäude bietet mehreren Tausend Tanz-und Feierwütigen vor allen in den Monaten Juli und August allnächtliche Unterhaltung vom Feinsten.
Doch Bodrum hat eine Menge mehr zu bieten. Zum Erkunden der Halbinsel eignet sich am Besten ein Mietwagen, oder noch besser ein Scooter. Vorher sollte man sich allerdings ein wenig mit dem hier ortsüblichen Fahrstil vertraut machen. Die Disziplin im Straßenverkehr ist recht locker, ein dementsprechend hohes Reaktionsvermögen des Kraftfahrers ist deshalb gefragt.
Türken sind sehr gute Geschäftsleute, aber noch viel bessere Menschen. Mit ein paar Brocken türkisch kann man wie fast überall auf der Welt (Sprache entsprechend Land) wahre Wunder bewirken. Im Allgemeinen kommt man aber mit Englisch in diesem Land gut zurecht, insofern man nicht allzu weit von touristischen Routen abweicht.
Die erste Woche habe ich zusammen mit einem Freund die nähere Umgebung von Bodrum erkundet. Wir nutzten dazu Scooter und Dolmuschs (Kleinbusse). Keinesfalls sollte man sich eine Bootsfahrt zu den zahlreichen Buchten entlang der Küste entgehen lassen. Glasklares Nass lädt zum Schwimmen und Springen ein.
Die zweite Woche nutzte ich für einen kleinen Ausflug nach Istanbul. Für solche Strecken benutzt man hier am besten einen Linienbus. Diese sind klimatisiert, habe feste Strecken und sogar einen Fahrplan der ziemlich genau eingehalten wird. Vor Fahrtantritt erwirbt man ein Ticket, welches mit Sitzplatz und Reihe ausgewiesen ist. Dies ist notwendig, da hier strenge Geschlechtertrennung zwischen unbekannten Personen herrscht. Kleine Sprachschwierigkeiten stellten sich an Bord des Busses ein, da ich mich jetzt auf rein einheimischen Pfaden bewegte. Das Problem bestand allerdings nicht aus so lapidaren Tatsachen wie ob ich Tee oder Kaffe möchte, sondern wo ich letztendlich aussteigen muss, um ins historische Zentrum von Istanbul zu kommen. Irgendwann standen eine Menge türkisch sprechender Türken und ein englisch sprechender Deutscher beieinander. Schließlich führte mich ein türkisches Mädchen zu einem ein wenig englisch sprechenden Türken, welcher mir dann etwas umständlich, doch aus der Patsche helfen konnte. Tja, solche Hürden muss man halt in Kauf nehmen, wenn man so unplanmäßig und unvorbereitet einen solchen Ausflug unternimmt. Aber das ist ja immer der gewisse Kick am Reisen, welcher das Ganze auch spannend macht, nicht wahr?
Im Zentrum angekommen stiefelte ich ins erstbeste Hotel was mir bezahlbar erschien hinein (okay, es sah eigentlich erbärmlich aus). Und siehe da, es war auch bezahlbar. Wie sich im Nachhinein herausstellte sogar günstiger als die Jugendherberge. Aber ein Hotelzimmer mit Blick auf den Bosporus ist schon was Feines. Die Ausstattung des Hotels sei mit sehr schlicht beschrieben, was der Blick aber wieder wettmachte.
Drei Tage lang lief ich kreuz und quer durch die Stadt. Ich sah Händler all ihre Waren durch die Strassen schieben, Schuhputzer, Angler, Fischverkäufer und jede Menge anderer Geschäftsleute. Im großen Basar kann alles was irgendwie nach tausend und einer Nacht aussieht erworben werden, und auch sonst bietet die Stadt ein unvergleichliches Flair. Nicht zu vergessen sei der Besuch in der Blauen Moschee und in der Hagia Sophia. Die ist äußerlich eine Moschee, von der Innenausstattung her aber eine Kirche und jetzt ein Museum. Eine schicke Lampe und ein paar tolle Kissenbezüge welche jetzt meine Wohnung ein orientalisches Ambiente verleihen landeten im Rucksack, ehe es zurück nach Bodrum ging.
Im Bus ging's anschließend wieder zurück nach Bodrum. Von wo aus ich 2 Tage später zurück nach Deutschland flog.

Tour Zwei: Im Juni waren die großen Tanztempel noch so ziemlich leer und jetzt im September schon wieder ziemlich vereinsamt. Um das wahre "Partyfeuerwerk" zu erleben sind die Monate Juli/ August am Besten geeignet. Den einwöchigen Kurztripp nutzte ich noch für einen kleinen Ausflug nach Ephesus, sowie eine paar relaxende Tage.

Tour Drei: Dies sollten wieder ein paar aufregende 2 Wochen werden. Eigentlich war es geplant Silvester und die kommenden 2 Wochen in Antalya zu verbringen. Leider ist es außer Istanbul der einzige Flughafen welcher während der Wintermonate angeflogen wird. Doch hatten wir die türkische Gastfreundschaft einfach falsch eingeschätzt. Da wir (meine Schwester und ich) deren Freund besuchen wollten, war es unmöglich nicht bei dessen Eltern einen Besuch abzustatten. Also planten wir um und verbrachten eine Woche in Izmir und eine Woche in Antalya. In die Stadt Izmir wird sich wohl kaum ein Tourist verirren, dafür waren wir hier ganz unter Türken und durften eine Woche lang den richtig echten Lebensstil der Einheimischen kennen lernen.
Praktisch ist das die meisten türkischen Wohnungen im gleichen Wohnstil eingerichtet sind, weshalb auch immer ziemlich viele Gäste ohne Problem nächtigen können. Es gibt in jeder Wohnung etwa 2 bis 3 Zimmer welche jeweils mit 3 Couchs, einem Fernseher und einer hässlichen Leuchtstoffröhre ausgestattet sind. Tagsüber sind diese Räume sozusagen Wohnräume und des Nachts können, bzw. werden die Zimmer binnen weniger Minuten in Schlafräume umgewandelt. Und da es hier in der Türkei auch ein paar kühlere Wintermonate gibt, werden um diese Jahreszeit Öfen in die Wohnzimmer geschleppt, welche wir wohl einmal am Platz kaum wieder wegräumen würden. Aber das sind halt die kleinen Unterschiede.
Ein kleines Abendspektakel bot ein gleißender Blitz direkt vor unserem Wohnzimmer, woraufhin es zappenduster in der kompletten Straße wurde. In Touristenregionen ist dies aufgrund des hohen Energiebedarfs durchaus normal und es gibt fast überall Notstromaggregate. Hier war es schon etwas Besonderes und auch wie ein wenig schrecklich, da nun kein Fernsehgerät mehr funktionierte. Dies ist definitiv der wichtigste Gegenstand eines jeden Haushaltes. Es ist für einen Türken einfach unverständlich wie man in einer ruhigen Ecke sitzen kann um ein Buch zu lesen. Und das ohne eingeschaltetes TV-Gerät und schnatternde Zimmergenossen. Nach nicht allzu langer Zeit rückte tatsächlich ein Servicefahrzeug an, und hatte die defekte Stromleitung auch recht schnell wieder repariert. Fernsehabend gesichert!
Ein besonderes Highlight sollte der Silvesterabend werden. Hier eigentlich ein Abend wie jeder Andere. Aber nicht mit uns. Da jedoch keinerlei Silvesterveranstaltungen in der Stadt stattfanden, war eine andere Lösung gefragt. Ach ja, ein Auto ist in der Türkei schon ein Luxusgegenstand und somit nicht jedermanns Eigentum. Doch ein guter Freund des Freundes :-) ist Besitzer eines Handyshops, ein Gewerbe das hier sehr gut floriert, da ich noch nie einen Türken ohne Handy getroffen habe, auch wenn sie oft nicht funktionieren, da kein Geld für die Karte vorhanden ist. Also jener welcher war Besitzer eine Vehikels und zusammen mit insgesamt noch sechs anderen fuhren wir in die über hundert Kilometer entfernte Touristenstadt Didim um Silvester zu feiern. Und tatsächlich hatte die "Partymeile" an diesem Abend Hochkonjunktur. Es ist erstaunlich was für eine tolle Stimmung aufkommen kann, und das obwohl mindestens die Hälfe der Anwesenden aufgrund des Glaubens keinen Alkohol trank. Ich schon, was mir auch recht schnell zu Kopf stieg. Für den Höhepunkt an diesem Abend sorgten wir mit einer extra für diesen Abend mitgebrachten Flasche Sekt. Ein Getränk was hier niemand kennt, aber glaube ich jedem mundete.
Nun ja, irgendwann ging's wieder zurück nach Izmir.
Ein weiterer guter Freund des Freundes wohnt in der Nähe Izmirs auf einem kleinen Dorf. Also war Dorf besuchen noch an der Reihe. Da genau an diesem Tag auch noch eine Reiseleiterkollegin meiner Schwester uns besuchte, wurde sie auf den Ausflug gleich noch mitgenommen. Somit waren wir zu viert. Mit dem Dolmusch ging es also entlang der Hauptstraße bis zur Höhe der Dorfstraße. Das Dorf selbst war aber noch etliche Kilometer entfernt, jedoch eigentlich nur zu Fuß zu erreichen da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Doch weit gefehlt wir sind schließlich in der Türkei. Eigentlich rechneten wir damit mit dem Traktor abgeholt zu werden, doch inklusive Fahrer fünf Personen das passt auf keinen Trecker. Doch zu unserem Erstaunen war es diesmal kein Traktor, sondern ein kleiner Van, welchen er extra für uns hier im Dorf irgendwo aufgetrieben hatte. Schade und ich als Stadtkind wollte doch unbedingt mal Traktor fahren :-(
Unter dem Schatten eines Apfelsinnenbaumes gab es dann kräftig was zu essen. Bedient wurden wir von der 17-jährigen Cousine, welche nach 8-jähriger Schulbildung jetzt nur darauf wartete geheiratet zu werden. Dies sind hier auf Dörfern durchaus noch übliche Sitten. Anschließend gab`s noch einen kleinen Spaziergang durchs Dorf und am Nachmittag ging's auf gleichem Weg wieder zurück nach Izmir.
Halbzeit: Von Izmir aus ging's jetzt wieder mit dem Linienbus in Richtung Antalya, wo wir die zweite Woche verbringen wollten. Hier erwartete uns ein Freund, eines Freundes, welcher einen Freund hatte der uns eine Ferienwohnung organisiert hatte (vielleicht gehörte die auch einem weiteren Freund). Halt die üblichen türkischen Beziehungsverstrickungen, aber schlussendlich ist ja das Ergebnis das was zählt. Nun ja, mollige Temperaturen herrschen auch hier im Januar nicht, aber immerhin etwas wärmer als im Nordwesten des Landes ist es hier schon und vor allem richtig wenig Touristen.
Nun ja, es folgte eine Menge Anschauen der Umgebung, denn keiner von und kannte die hiesige Umgebung. Dazu mieteten wir uns ein Auto und fuhren los. Erst einmal ging es zu einem Freund, welcher hier in der nähe ein Golfhotel führte. Da gab es leckere Kekse zu Mittag, da das Hotel eigentlich geschlossen war, und nur eine Fußballmanschft beherbergte. Wir besuchten einen netten Wasserfall, sahen alte Viadukte, wunderschöne Dörfer, und konnten den Einheimischen beim Nichtstun zusehen. Eine wirklich angenehme Reisezeit, wenn auch keinesfalls zum Baden geeignet. Aber das ist eh schon sehr lange her dass ich das letzte Mal ein Urlaubsziel anvisiert habe, um einen Badeurlaub zu machen. (Kaum ein Mensch kann verstehen wenn ich erzähle das ich gerade mal einmal im Meer und einmal im Pool während einer 2-wöchigen Thailandreise baden war.)
Antalya selbst hat einen wunderschönen Hafen, an welchem auch 2 meiner Lieblingsbilder entstanden sind. Das ist einmal das Pärchen auf den Steinen sitzend, und andererseits der musizierende ältere Mann.
Zum Schluss entschied ich mich noch einen schicken Anzug zu erwerben. Leider reichte die Zeit zwar nicht für Einen in Maßanfertigung, aber einer von der Stange tat's in diesem Fall auch. Es ist eh erstaunlich wie viele Türken hier das ganze Jahr mit Anzug durch die Gegend rennen. Ich als Tourist zerfließe während der warmen Sommermonate schon in meiner kurzen Hose, während hier das ganz normale Volk (also nicht nur die Businessmen wie anderswo) in Anzüge eingepackt rumläuft.
Damit bin ich auch schon am Ende meiner Dritten, aber sicherlich nicht letzten Türkeireise.